Murphys Gesetzte – Die Zweite

So ein Chemiestudium dauert ja in der Regel um die 5 Jahre. Dazu gehören Vorlesung, Seminare und die allseits geliebten Praktika in allen Fächern. Vor allem die Organik-(Mehrstufen)-Synthesen haben es da so in sich. Nie stimmt die Ausbeute mit den Werten aus der Vorschrift überein (auch wenn man schon die doppelte Menge im Ansatz genommen hat), die jeweiligen Farbumschläge sind auch nur mit viel Phantasie erkennbar und die Analysen ergeben meist ein total unreines Gemisch an Verbindungen. Nach Abschluss meines Studiums habe ich erschreckende Parallelen zu einigen Gesetzen nach Murphy gefunden. Hier nun ein paar weitere Beispiele, die meine Erfahrungen verdammt gut beschreiben.

Einheiten werden stets in den am wenigsten gebräuchlichen Bezeichnungen angegeben.

Wenn es klemmt – wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es sowieso erneuert werden müssen.

Die interessantesten Experimentalergebnisse treten nur einmal auf.

Nichts ist so einfach, als dass man’s nicht falsch machen könnte.

Wenn mehrere Dinge schief gehen können, wird alles auf einmal, mindestens aber das schief gehen, was den größten Schaden anrichtet.

Egal was schief geht – immer ist jemand da, der das schon im Voraus gewusst hat.

Wenn ein Experiment gelingt, dann ist vorher etwas schief gegangen.

Aber nicht entmutigen lassen, ist das Praktikum überstanden, fragt man sich, warum man sich ständig solch einen Stress gemacht hat. Denn das nächste ist immer noch eine Stufe schlimmer.

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