Zusammenrollende Nanoröhren aus Dresden
Forscher des IFW Dresden berichten in der aktuellen Ausgabe der „Advanced Materials“ von ihrer Entwicklung der sich selbst aufrollenden Minimembranen. Diese Röhren im Mikro- und Nanometerbereich können sich aus eigenem Antrieb fortbewegen und werden zusätzlich magnetisch gesteuert. Die neuen Membranen bestehen aus Titan, Eisen, Gold und Silber und werden wie folgt hergestellt:
[...] werden durch die Technologie des Verspannungs-getriebenen Aufrollens dünner Schichten hergestellt. Dabei werden dünne Schichten so auf Oberflächen abgeschieden, dass in den Schichten eine mechanische Spannung besteht. Beim Ablösen der Schichten wird ein Teil der Verspannungsenergie freigesetzt, so dass sich die Schicht aufrollt oder verformt. Auf diese Weise können Nano- und Mikroröhren mit großer Präzision in bestimmten Durchmessern und aus ganz verschiedenen Materialien reproduzierbar hergestellt werden. [...] Nach dem Aufrollen der Titan-, Eisen-, Gold, Silberschichten entstehen Röhren, deren innerste Schicht aus Silber besteht. Diese dient gleichzeitig als Katalysator in der Reaktion von Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff. Die dabei gebildeten Sauerstoffblasen werden nach Angaben der Wissenschaftler aus den Röhren gestoßen und verursachen eine schnelle und gerichtete Bewegung der Minirakete. Die mittlere Geschwindigkeit von circa 0,15 Millimetern pro Sekunde setzt sich dabei aus einzelnen Schüben zusammen, die Werte bis zu 0,72 Millimeter pro Sekunde erreichen und von der Flüssigkeit ausgebremst werden. Relativ zur Größe des Objekts betrachtet, sind die Miniraketen damit schneller als jeder uns bekannte Fisch. Da die Röhren auch eine Schicht Eisen enthalten, kann ihre Bewegungsrichtung bequem durch ein äußeres Magnetfeld ferngesteuert werden. [Quelle]
Ziel soll es sein mit diesen “Miniraketen” Bewegung, Beschleunigung und Richtungsänderungen von Bakterien und Viren nachzubilden.
Nachtrag zu den “Miniraketen” - blogging for science am 28 Okt 2008 um 5:06 pm
[...] ich bereits hier berichtet hatte, wurden im IFW Dresden sich selbst aufrollenden Minimembranen im Mikro- und [...]