50 Jahre alt und trotzdem aktuell…

Vor mehr als 50 Jahren hat der Chemiker Stanley Miller seine bahnbrechenden Versuche zur Entstehung des Lebens auf der Erde durchgeführt. Nun haben Wissenschaftler Orginalproben des Experiments des 2007 Verstorbenen gefunden und diese neu analysiert.
Miller zeigte damals, dass sich Biomoleküle bei elektrischer Entladung aus Methan, Ammoniak und Wasserstoff bilden. Er verwendete drei Versuchsansätze:

In allen Fällen wurde Wasser erhitzt, dessen aufsteigender Dampf eine Strömung erzeugte. Diese transportierte eine Gasmischung, deren Zusammensetzung nach damaligem Wissen der der frühen Erdatmosphäre entsprach, zu zwei Elektroden, an denen eine elektrische Entladung einen Blitz simulierte. Nach mehreren Tagen bildete sich dabei ein Gemisch größerer und kleinerer organischer Moleküle, darunter auch Aminosäuren, wie sie Organismen zum Bau von Eiweißverbindungen verwenden. Das zweite Experiment unterschied sich im Aufbau lediglich durch eine Art zusätzlich eingebautes Saugventil, das den Wasserdampf schneller strömen ließ und die Dynamik veränderte. Die dritte Variante verwendete ein anderes Entladungssystem. Von allen Versuchen nahm Miller Proben, die er bis zu seinem Tod im Labor aufbewahrte. (Quelle)

Die neuen Untersuchungen konnten jetzt Millers Ergebnisse erweitern. So entstanden im Orginalexperiment nicht nur fünf, sondern 14 Aminosäuren. Im zweiten Aufbau, der einer Dampfwolke von Vulkanen entspricht, konnten nun 22 Verbindungen nachgewiesen werden.

Bildquelle: wissenschaft.de
veröffentlicht: Jeffrey Bada (Scripps-Forschungsinstitut in La Jolla) et al.: Science, Bd. 322, S. 404 (link)

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