Bildung von Wasserstoffbrückenbindungen – Neuer Mechanismus
Im Wissenschaftsmagazin “Nature” berichten Bernd Winter und seine Kollegen vom Berliner Elektronenspeicherring BESSY und Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI) über ihre Ergebnisse zur Aufklärung des Bildungsmechanismus von Wasserstoffbrückenbindungen. Bisherige Erklärungen gingen ausschließlich davon aus, dass Hydroxidionen als Protonenakzeptoren fungieren und damit das negativ geladene Sauerstoffatom mit den Protonen der umgebenden Wassermoleküle in Wechselwirkung tritt. Winter et al. erweitern diesen Ansatz und zeigten, dass Hydroxidionen in einer wässrigen Natriumhydroxidlösung, je nach Anordnung, Energie auf benachbarte Wassermoleküle übertragen können.
Diesen Nachweis erbrachten sie mit Hilfe der Photoelektronenspektroskopie. Dabei wird die wässrige Probe mit Photonen, aus der Synchronstrahlung, angeregt und auf ein höheres Energieniveau angehoben bzw. bei höherer Energie aus dem Molekül entfernt. Messung der Energie der freiwerdenden Elektronen ermöglichen dann Aussagen über die elektronischen Eigenschaften des Moleküls und über den Aufbau der chemischen Bindungen.
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