Gefahrenpotential Nano - Einschätzen, Untersuchen, Vergleichen

Eine nicht unerhebliche Neugier zeigt sich bei mir ja schon aus beruflicher Sicht für das Gebiet der Nanotechnologie. Mit großer Neugier verfolge ich die Forschungen und neusten Produktinnovationen und schreibe in meinem Blog regelmäßig kurze Beiträge darüber (unter Anderem hier, hier und hier). Doch nun mehren sich auch Artikel in den verschieden Fachzeitschriften über ein mögliches Gefahrenpotential dieser winzigen Partikel. Werden diese Untersuchungen die Euphorie bezüglich dieser scheinbar unendlich einsetzbaren Materialien empfindlich dämmen? Schaut man sich jedoch die Quellen genauer an, zeigen sich erste Mängel in der Vergleichbarkeit der Studien. Eine generelle Gefahr von Nano-Partikel scheint es nicht zu geben. Je nach Abmessung kann es zu krankhaften Veränderungen kommen, aber nicht jede Sorte reagiert bei Tierversuchen versus Zellkulturen gleichermaßen. Was fehlt ist ein einheitliches Testverfahren. Wie Technology Review nun in ihrer Onlineausgabe schreibt, gibt es erste Ansätze über eine umfassende Dokumentation und erste Vorschläge für eine mögliche Gefahrenklassifizierung. Das Woodrow Wilson International Center for Scholars in Washington betreibt eine umfassende Datenbank über Nano-Produkte, diese umfasst derzeit ca. 600 Einträge. Forscher vom Massachusetts General Hospital, der Harvard University und dem MIT arbeiten derzeit an einer ersten Lösung zur Erstellung eines Verfahrens bezüglich des Gefahrenpotentials. Sie testen 50 verschiedenen Materialien, vor Allem mit bildgebenden Verfahren aus der Medizin und hoffen so eine Möglichkeit zur Klassifizierung nach dem Vorbild von Krebstests, bei dem verschiedene Krebsarten mit Hilfe von unterschiedlichen Muster der Genexpression eingeteilt werden, zu finden. Bis man aber statistisch gesicherte Aussagen treffen kann, werden noch weitere Studien mit verschiedenen Fragestellungen notwendig sein.

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