Manipulation am Wolkenhimmel

Kein Leben ohne das kühle Nass. Der Mensch besteht zu etwa 63% aus Wasser, unsere Erde ist zu ca. 3/4 mit Seen, Flüssen oder Ozeanen bedeckt und ohne regelmäßige Schauer würden weder Tiere noch Pflanzen überleben und wachsen. Doch so elementar wie er ist, an manchen Tagen kann man gut gerne auf den Regen verzichten. Gerade im Sommer wollen wir in Ruhe grillen oder am Strand liegen, da ist ein plötzlich einsetzender Guss absolut unbrauchbar. Dies gilt natürlich auch für feierliche Veranstaltungen jeglicher Art und Größe.
Die chinesische Regierung plant nun schon seit ein paar Jahren grob und in den letzten Monaten intensiv die Olympischen Sommerspiele 2008. Am Anfang dieses sportlichen Spektakels steht traditionsgemäß die Eröffnungsfeier, auf der sich alle teilnehmenden Nationen vorstellen und sich das ausrichtende Land mit einer farbenfrohen Präsentation zeigt. Momentan sagen Meteorologen für diesen Tag jedoch eine Regenwahrscheinlichkeit von 47% voraus. Damit nun das Event nicht buchstäblich ins Wasser fällt, wird die Wissenschaft jetzt zur Wettermanipulation aufgerufen. Mit Hilfe von Kanonen, Flugzeugen und Raketenwerfern soll ein chemischer Cocktail die Wolken vor der Stadt zum Abregen zwingen und das Entstehen weiterer Wolken verhindern.
Ein Eingriff in das Wettergeschehen ist aber keine Erfindung der Chinesen. Bereits 1946 fanden Wissenschaftler heraus, dass man Wolken abregnen lassen kann, indem man sie mit Silberiodid anreichert. Heute nutzt man Aerosolpartikel als Kondensationskeime zur Anlagerung von Wassermolekülen. Hat sich dann ein schwerer Tropfen gebildet, fällt er vom Himmel.
Ob man am 08. August wirklich einen regenfreien Tag garantieren kann, bleibt zweifelhaft. Zu wenig ist bisher bekannt, welche Wolken beeinflusst werden müssen und wie man diese Manipulationen gezielt einsetzten kann. Allein China gibt derzeit jährlich 60 Millionen Dollar für Forschungen auf diesem Gebiet aus, doch repräsentative Publikationen sind noch Mangelware. Lassen wir uns also überraschen und hoffen vielleicht einfach auf einen gütigen Petrus, der für die Zeit der Spiele sein sonniges Gemüt zeigt.

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