1,8 Millionen neue Websites – oder das größte Lexikon der Welt

Der Ameisenforscher Edward Osborne Wilson hat ein ehrgeiziges Ziel. Er will in den nächsten 10 Jahren für jedes bekannte Lebewesen eine eigene Website erarbeiten. Dabei handelt es sich um derzeit 1,8 Millionen Tiere, Pflanzen, aber auch Pilze und Mikroorganismen. Er begründet dieses doch fantastisch anmutende Projekt in einem Spiegel Online Interview wie folgt: „Das Wissen über die Artenvielfalt liegt verstreut in Forschungseinrichtungen und Naturkundemuseen auf der ganzen Welt. Wir müssen es sammeln und den Menschen zugänglich machen, unabhängig davon, wo sie leben.“ Das Startbudget wird von zwei Stiftungen zur Verfügung gestellt, neben zahlreichen Wissenschaftlern ist eine eigene Informatikgruppe notwendig, die eine entsprechende Software entwickelt. Wilson selbst leitet die Informationssammlung und –verarbeitung über die 14.000 Ameisenarten. Auf die Frage, ob solch eine Enzyklopädie irgendwann mal vollständig ist, antwortete er: „Nun, bis heute wissen wir ja nicht einmal, wie viele Lebewesen es überhaupt gibt. Die Schätzungen reichen von 3,6 bis 100 Millionen Arten, am realistischsten sind wohl etwa zehn Millionen. Unzählige Arten sterben aus, bevor wir sie überhaupt zu Gesicht bekommen. Aber die “Enzyklopädie des Lebens” wird Wissenschaftlern und Studenten auf der ganzen Welt das nötige Werkzeug in die Hand geben, um ihre Umwelt zu erforschen - ein paar Klicks genügen, um Informationen zu jeder noch so seltenen, bekannten Spezies abzurufen. Das wird auch die Entdeckung und Beschreibung neuer Arten enorm beschleunigen. Und wir hoffen, dass neue Arten künftig nicht mehr nur in Fachmagazinen beschrieben werden, sondern vor allem in der “Enzyklopädie des Lebens”. Das ist eine Revolution!“

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