Hydrogele schützen Insulin
Die Arbeitsgruppe um Nicholas Peppas (Universität von Texas, Austin) hat ein Hydrogel synthetisiert, das es ermöglicht Insulin vor Magensäure zu schützen und erst im Dünndarm frei zu geben. Durch zusätzliche Ankermoleküle erhöht sich außerdem die Verweilzeit im Dünndarm. Bislang müssen sich Diabetiker Insulin per Injektion verabreichen, da Magensäure dieses zersetzt. Das gefüllte Hydrogel reagiert sensitiv auf den pH-Wert. Ist es einem sauren Milieu ausgesetzt, entquillt es und schließt so das Insulin ein, ändert sich der Wert ins basische, quillt das Hydrogel und gibt den Wirkstoff frei. Da die Ergebnisse aber zunächst nur bei Laborsimulationen der einzelnen Umgebungen im Reagenzglas bzw. mit Darmschleimhaut von Schweine realisiert wurden, bleibt nun abzuwarten, wie sich das Präparat bei medizinischen Studien verhält und ob so in naher Zukunft die Diabetesbehandlung über Tabletten angestrebt werden kann.
Martin Huhn schrieb am 18 Apr 2008 um 8:22 pm ¶
Das wäre ja prima, wenn es in naher Zukunft funktioniert und sie sich nicht mehr selbst spritzen müßten. Aber ob es funktioniert und bis es dann zugelassen wird, das wird noch dauern. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es sehr motivierend ist an dieser Sache zu forschen, da es eine gute Sache ist.
Claudia Kaiser schrieb am 21 Apr 2008 um 8:01 am ¶
Ich denke das ist keine so entfernte Zukunftsmusik. Viele Hydrogele besitzen bereits die Zulassung für die Nahrungsmittel- und Pharmaziebranche, auch ohne das sie da bisher ihr Haupteinsatzgebiet haben, deshalb denke ich, dass man das in 3-5 Jahren realisieren kann. Hab den Orginalartikel aber noch nicht gelesen.