Nachtrag zu den faulen Eiern

H2SEine interessante Übersicht mit umfassenden Informationen zu Schwefelwasserstoff bietet die Homepage von Carl Wassermann (link). Der Autor hat das Thema in verschiedene Abschnitte geteilt, die ähnlich wie Karteikarten über das Menü abgefragt werden können.

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Wie passen der Schnee zu Ostern und Chemie zusammen?

Die Erklärungen waren zahlreich woher denn plötzlich der viele Schnee zu Ostern kam (der frühe Zeitpunkt im Kalender) und warum er sich Weihnachten so dezent zurück gehalten hatte (natürlich der Klimawandel). Trotzdem habe ich keine Rücksicht genommen und die Familie draußen suchen lassen. Dank etlicher Hinweise wurden auch alle Geschenke gefunden. Aber was macht man, wenn die Augen schon etwas trübe sind und der Osterhase diesmal faul war und alle Eier weiß gelassen hatte. Sollten auch nach 2 Tagen intensiver Suche immer noch ein paar Eier fehlen, dann empfehle ich einfach warten … wird es wieder wärmer, dann einfach immer der Nase nach. Denn was uns dann lenkt, ist der furchtbare Geruch nach faulen Eiern. Die Substanz die dahinter steckt ist Schwefelwasserstoff. Werden Proteine aus schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnis- und Schwefelbakterien zersetzt, entsteht dieses farblose, leicht brennbare und giftige Gas mit der Formel H2S. Als Zersetzungsprodukt kommt es weiterhin im Erdgas, Erdöl, in gelöster Form in Quellwasser, in eutrophierten Seen, bei Vulkanausbrüchen und Undankbarerweise auch nach dem menschlichen Verdauungsvorgang vor. Trotz der unangenehmen Geruchsbelastungen ist Schwefelsäure großchemisch die Hauptquelle zur Herstellung von reinem Schwefel nach dem Claus-Prozess. Chemiestudenten begegnet das Gas bereits im Grundstudium im Anorganik-Praktikum, hier wird es zum Ausfällen der Schwefelwasserstoffgruppe verwendet. Doch sollte man bei der Verwendung immer an die Gefährdungen durch die Substanz denken. Schwefelwasserstoff betäubt schon nach kurzem Kontakt unsere Geruchsrezeptoren, so dass wir eine weitere Zunahme in der Luft nicht mehr wahrnehmen. Bei kurzzeitiger Gifteinwirkung bilden sich durch den Kontakt mit den Schleimhäuten in Augen, Nase und Rachen Alkalisulfide. Als Folge kommt es zur erhöhten Wassereinlagerung in der Lunge. Gewöhnlich verschwinden die Symptome aber nach ein paar Wochen. Ist man jedoch über einen längeren Zeitpunkt größeren Mengen ausgesetzt, kann der rote Blutfarbstoff Hämoglobin zerstört und so die intrazelluläre Atmung gelähmt werden. Benommenheit, Schwindel, Bewusstlosigkeit und Tod sind die Folge. Trotz aller Gefahren hat Chemie natürlich nicht NUR Böses im Sinn. In einigen Kurbädern, wie Heilbronn, enthält das Heilwasser geringe Mengen an H2S zur Behandlung unterschiedlichster Hautkrankheiten, auszuhalten aber nur wenn man über den doch wahrnehmbaren Geruch hinweg sehen kann.

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Eselsbrücken fürs Chemiestudium (3)

Auch die für die Zucker-Chemie gibts den ein oder anderen Spruch:

  • für die Aldohexosen (Monosaccharide mit 6 Kohlenstoff-Atomen im Grundgerüst und einer Aldehyd-Gruppe):
  • Allose Alle
    Altrose Alten
    Glucose Glucken
    Mannose Möchten
    Gulose Gern
    Idose Im
    Galaktose Garten
    Talose Tanzen

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    False Friends – Die Antwort

    Egal wie man die Verbindung dreht und wendet, es bleiben immer -0- Posphoratome. Bei der Bezeichnung Phosgen handelt es sich um den, zugegebener Maßen irreführenden Trivialnamen für Carbonylchlorid, COCl2, dem Dichlorid der Kohlensäure. Es wurde erstmals 1812 von Sir Humphrey Davy synthetisiert. Namensgebend war die chemische Reaktion, das heißt die Addition von Chlorgas (Cl2) an Kohlenmonoxid (CO), welche photoinduziert abläuft. Im Griechischen steht >phõs< für Licht, übersetzt würde Phosgen dann „durch Licht erzeugt“ bedeuten. Es ist ein sehr giftiges Gas, dessen charakteristischer Geruch als süßlich faul beschrieben ist. Traurige Berühmtheit erlangte Phosgen im Ersten Weltkrieg, hier wurde es als chemischer Gaskampfstoff eingesetzt. Bereits geringe Dosen dringen in die Lungen ein, zersetzen sich durch die vorhandene Feuchtigkeit zu Kohlendioxid und Salzsäure, welche wiederum das Gewebe verätzt. Innerhalb weniger Stunden bekommt man starken Husten, leidet an Atemnot und Lungenödemen, die dann zum Tod führen. Trotz der Gefährlichkeit wird Phosgen auch heute noch in Laboren zur Synthese von Polyurethan- und Polycarbonat-Kunststoffen verwendet.

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    False Friends – gibts auch in der Chemie

    Sehr GiftigMal eine kleine gemeine Frage aus dem Chemiestudium. Damit als Einstiegsfrage im Antestat ist der ein oder andere Student schon komplett aus dem Konzept gebracht worden.

    Wie viel Phosphor ist eigentlich in Phosgen?

    Antwort folgt!

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