Walther Hempel

Walther HempelWie in vielen Forschungs- und Bildungseinrichtungen wurden auch in Dresden die Gebäude der Technischen Universität nach berühmten Persönlichkeiten benannt, die mit ihrem Wirken ihren Fachbereich gefördert und bekannt gemacht haben. Mein Labor befindet sich derzeit im Hempelbau. Namensgeber war hier der deutsche Chemiker Walther Mathias Hempel. Am 05. Mai 1851 erblickte er nicht weit von hier in Pulsnitz das Licht der Welt. Mit 16 Jahren studierte er zunächst am Königlich Sächsischen Polytechnikum in Dresden drei Jahre Chemie. Nach dem Kriegsdienst wechselte er 1871 nach Berlin und setzte dort das Studium der organischen Chemie fort. Bereits 1872 legte er bei Robert Bunsen in Heidelberg seine Doktorprüfung ab und kehrte ein Jahr danach nach Dresden zurück. Dort arbeitete er anfangs in der chemischen Zentralstelle für öffentliche Gesundheitspflege zu Dresden, bevor er 1876–1878 an seiner Habilitation schrieb. Seine Habilitationsschrift „Über technische Gasanalyse“ gilt als Weiterführung des Werkes „Gasometrische Methoden“ von Robert Bunsen. Mit nur 28 Jahren war er zunächst Vertretung des emeritierten Heinrich Wilhelm Stein, bis er dann 1880 die ordentliche Professor für Technische Chemie und die Leitung des Laboratoriums für Anorganische und Analytische Chemie erhielt. In den Jahren 1891-1893 und 1902-1903 war er zusätzlich als Rektor tätig.

HempelbauAuf Grund seiner Leistungen auf dem Gebiet der Technischen Chemie war es also nicht verwunderlich, dass 1994 das Gebäude der Technischen und Elektro-Chemie an der TU Dresden nach ihm benannt wurde. Hempel gilt als geistiger Vater der quantitativen Spektralanalyse in der Metallurgie, er arbeitete an der Vereinfachung maßanalytischer Methoden (speziell die Gasanalyse) und wendete als einer der ersten das Diaphragma in der Chloralkali-Elektrolyse an. Ebenfalls nach ihm benannt sind die Hempel-Pipette, die Hempel-Bürette und der Hempel-Ofen.

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