Der tragische Tod der Chemikerin Clara Immerwahr-Die letzte Auflehnung gegen ihren Mann

Clara ImmerwahrVorurteile, hämische Kommentare und unterschiedliche Voraussetzungen, das sind die Widrigkeiten gegen die die junge Clara Immerwahr im Laufe ihrer Karriere immer wieder ankämpfen muss. Zuerst sind es die Lehrer, die ihr naturwissenschaftliches Interesse nicht ernst nehmen und sie lieber in “künftigen weiblichen Wirkungskreisen” sehen wollen. Dann wird ihr Wunsch als Gasthörerin an Vorlesungen an der Universität Breslau teilzunehmen abgelehnt, da sie kein Abitur vorweisen kann. Für Männer gilt dieses Vorgabe nicht, sie konnten ohne Abitur studieren. Doch all das kann sie nicht von ihren Zielen abhalten. Immer wieder gibt es Menschen, die sie unterstüzen und voran bringen. Ihr Interesse an Chemie wird durch das Buch “Unterhaltungen über die Chemie” (Jane Marcets) geweckt, das sie von ihrer Schulvorsteherin geschenkt bekommt, die schon sehr früh Claras Begeisterung an den bis dahin typisch männlichen Fächern erkennt. Und nach dem Wechsel des Abteilungsvorstehers der Uni Breslau bekommt sie endlich die Chance über das Löslichkeitsverhalten unterschiedlicher Schwermetalle zu promovieren. Schnell merkt sie jedoch, das auch der Doktortitel nicht die gewünschte Anerkennung bringt. Viel schwerwiegender wirkt es für die Gesellschaft, dass sie noch immer unverheiratet ist. Dies ändert sich 1901, als sie ihren Jungendfreund Fritz Haber ehelicht Doch ihre Hoffnung, auch nach der Heirat ihre Forschungen fort zu führen, werden nicht erfüllt. Zwar ist sie zu diesem Zeitpunkt Laborassistentin des Abteilungsvorstehers Professor Abegg, aber vor allem die Verbissenheit und der Egosimus ihres Mannes bezüglich seiner eigenen Karriere hindern Clara an eigenen Arbeiten. Er sieht in ihr nur die ihn umsorgende und zuarbeitende Professorinengattin. Claras Gesundheit und ihre Ehe beginnen mehr und mehr unter dieser Situation zu leiden. Auch Habers immer engere Zusammenarbeit mit der Industrie stößt bei seiner Frau auf große Kritik. Er beginnt im Zuge des Ersten Weltkriegs mit Forschungen zu chemischen Massenvernichtungswaffen auf Chlorgasbasis. Bei einem Einsatz dieser, werden 1915 bei Ypern 18.000 Menschen getötet. Fritz Haber kehrt als Held heim und läßt sich von seinen Bewunderen feiern. Doch seine Frau kann das nicht mehr ertragen. Sie nimmt seine Dienstwaffe und tötet sich mit einem Schuss ins Herz. Sie wollte nicht länger eine Mittäterin sein, denn ihren Mann davon abzubringen war nicht möglich.

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