Albertus Magnus – Schutzpatron der Naturwissenschaftler

Albertus MagnusWelcher Chemiker kennt das nicht: die mehrstufige Synthese brodelt seit Tagen vor sich hin, eigentlich ist nicht mehr viel zu tun…doch dann ein Farbumschlag nach Dunkelschwarz und fiese Klumpenbildung, obwohl doch in der Vorschrift was von klarer Flüssigkeit mit geringer Viskosität steht. Man hat natürlich keine Ahnung was passiert ist. Hektisch wird der Ansatz noch mal nachgerechnet, alle Chemikalienflaschen durchgesehen, die Nachbarn der Manipulationen verdächtigt, aber es findet sich keine Erklärung. Kurz vor dem Wutanfall fällt es einem dann wie Schuppen von den Augen…hätte man doch vor Beginn mal den entsprechenden Schutzpatron um geistigen Beistand angebettelt. Ansprechpartner wäre in diesem Fall Albertus Magnus gewesen. Er galt als einer der bedeutendsten theologischer Lehrer des Mittelalters und gehörte zu den ersten großen Naturwissenschaftlern seiner Zeit. Wegen seiner umfassenden Kenntnisse in den Fächern Medizin, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie und Geografie erhielt er den Ehrenname “Doctor Universalis”. Nach seiner Ausbildung in Padua, Hildesheim, Freiburg im Breisgau, Regensburg. Straßburg und der Universität Sorbonne in Paris lehrte er unter Anderem an der Kölner Klosterschule. Unter seiner Leitung folgten viele Studenten dem exzellenten Ruf der Schule und so entwickelte sich Köln zu einem europäisch anerkannten Bildungsstandort. Später gründete sich als Nachfolger die Universität zu Köln. Zu seinen bekanntesten Schülern gehörte der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin.

1280 starb Magnus. 1622 wurde er selig, 1931 heilig gesprochen und 1941 von Papst Pius XII. zum Schutzpatron der Naturwissenschaftler ernannt. Seine Gebeine und Reliquien ruhen bis heute in der Krypta der St. Andreas Kirche in Köln. Sollte es also kurz vorm Diplom noch mal eng werden, können ein kurzer Besuch und eine kleine Blumenbeigabe sicherlich nicht schaden.

(Bildquelle: link)

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